KLOSTER SCHÖNTHAL LANGENBRUCK
«Jazz & Sculpture»
Musikpart I: Führungen – Skulpturen im Kloster Schönthal
Konzept & Musik : Fritz Hauser & Julian Sartorius
Fritz Hauser & Julian Sartorius haben einen musikalischen Rundgang im Skulpturen Park des Klosters Schönthal entwickelt: eine Synthese zwischen Skulpturen / Jazz-Improvisation, Landschaft und Schlagzeugwelten. Eine spannende Uraufführung! Beide Perkussionisten sind spezialisiert für besondere Klang- & Konzertideen und musikalische Experimente.
Julian Sartorius lebt und arbeitet in Bern. Der Schlagzeuger, Perkussionist und Künstler formt in seinem Spiel ungehörte Klangkörper. Seine präzisen und vielschichtigen rhythmischen Patterns sind wagemutige Exkursionen in die versteckten Klangwelten von „Found Objects” und präparierten Instrumenten, in denen er die Möglichkeiten der organischen Klangerzeugung mit dem Vokabular der (experimentellen) elektronischen Musik auslotet. Sein Interesse gilt fein skalierten Variationen, Spannung und Entspannung, Masse und Schwingung. Für sein Album Hidden Tracks: Basel - Genève (Everest Records, 2017) wanderte er über 200 Kilometer mit seinem Schlagwerkzeug und nahm unterwegs auf Oberflächen und Objekten Klänge und Texturen auf (siehe Bild). Julian Sartorius hat mit zahlreichen Musiker*innen wie Sophie Hunger, Kate Tempest, Marc Ribot, Deerhof, Jaki Liebezeit u.a. zusammengearbeitet und tritt live sowohl in intimen Clubs und Galerien wie auch auf internationalen Festivalbühnen auf.
Fritz Hauser ist ein «drumaholic», bezeichnet sich als schlagzeugsüchtig. Jede freie Minute verbringt er im Probekeller: «Es macht mir immer noch ungeheuren Spass zu üben, zu recherchieren und zu experimentieren. Oft übe ich dieselben Rudiments wie schon vor vierzig Jahren, nur geht es mir inzwischen weniger ums Tempo als um Klangfarben, Koloraturen, Akzente und Dynamik.»
Fritz Hausers Karriere begann in der Jazzrockgruppe Circus in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre. Später spielte er länger mit dem Saxofonisten Urs Leimgruber. Mit ihm hob er das Quartet Noir aus der Taufe – ein Freejazzensemble von internationalem Format. Der grossen Egos überdrüssig, wandte sich Hauser anschliessend vermehrt eigenen Vorhaben zu. Für den Basler Zoo entwarf er ein Hörspiel aus Tierlauten. 1992 machte sein «Solodrumming»-Projekt Furore. John Cage, der Urvater der Avantgarde, widmete ihm eine seiner letzten Kompositionen. Später entwarf Hauser für Peter Zumthors Therme in Vals ein «Klangbad». Dabei ist Hauser ein Einzelgänger geblieben. Einer bestimmten Szene fühlte er sich nie zugehörig. Jazzklubs sind nicht unbedingt seine Welt, vielmehr wählt er ganz spezielle Orte für seine Vorhaben, wobei der Raum Teil der Musik wird.
Der Musiker holt sich Inspiration allerdings nicht nur aus dem Reich der Musik. Seine Sensoren hat er spartenübergreifend auf Empfang geschaltet. Vermehrt bezog er in den letzten Jahren optische Elemente in seine Arbeit ein, auch Bewegung, Theater und Tanz. Auch Umweltgeräusche wie das Flügelschlagen von Vögeln oder das Abbrechen von Eisschollen faszinieren ihn.
14.30h, Musikpart II: «African Jazz Trance»: Aly Keita/Lucas Niggli/Jan Gelaga Brönnimann (Im Innenhof des Klosters)
Das international besetzte Trio steht mit einem Bein in Afrika, mit dem anderen in Europa und spielt energetische, aktuelle World Music. Diese «Brotherhood of Vibes and Grooves» entführt das Publikum auf eine abenteuerliche Reise – vom tiefsten Dickicht zu grossen Weiten unter dem afrikanischen Himmel und zurück nach Europa. Ein kraftvoller Sound voller Herzblut und tranceartigem Groove.
Aly Keïta (balafon, siehe Foto) | Jan Galega Brönnimann (bcl, cbcl, ss, perc) | Lucas Niggli (dr, perc)